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Beratung und Begleitung der PromotorInnen

Wir bemühen uns, unsere PromotorInnen in möglichst vielen Lebensbereichen zu unterstützen. In einer neuen Stadt und anderer Muttersprache ist es oft nicht leicht, sich zurechtzufinden. Wir sehen eine große Notwendigkeit für eine weitreichende und muttersprachliche Beratungsstelle für EU-BürgerInnen, die neu nach Wien kommen sowie einem Angebot an kostenlosen Deutschkursen. Ein Großteil der Menschen organisiert sich untereinander, um alltägliche Informationen wie Jobs, Unterkünfte, Ämter, Anreise in nicht-deutscher Sprache auszutauschen und weiterzugeben.
z.B.: Wohin gehe ich, wenn ich in Wien angekommen bin? Was sind die nächsten Schritte für einen Job? Können meine Kinder in die Schule gehen, wie funktioniert das?

Beratung und Begleitung der PromotorInnen

Beispiel: Letztens fragte mich eine Promotorin in rumänischer Sprache, ob es möglich ist, dass sich ihr Bruder beim AMS meldet. Er möchte arbeiten, versteht Deutsch, weiß aber nicht, wo er hingehen kann. Vom AMS hat er schon gehört, ist aber unsicher, ob er zu diesem Amt gehen kann und soll. Derzeit fragt die ganze Familie, ob jemand einen Arbeitsplatz kennt, zu dem er hingehen und sich bewerben kann. Ein Zeichen der Selbstorganisation der Menschen, die oft auf sich allein gestellt sind und/oder der Zugang zu Basisinformationen fehlt.

Eigentlich sind das Aufgaben des Staates. Wir zeigen mit unserem Tun auch auf, wo der Staat lieber wegschaut oder Menschen, die Unterstützung beantragen, eines Missbrauchs bezichtigt. Staatliche Stellen wenden beispielsweise viel Energie auf, um festzustellen, ob jemand andernorts Unterstützung erhält. Wer in der Slowakei eine Sozialhilfe von 140 Euro kassiert, darf in Wien nicht einmal in einer Notschlafstelle nächtigen.

Es wäre ein Leichtes, wenn MitarbeiterInnen des Sozialamts im Außendienst bettelnde Menschen fragen würden, ob sie Unterstützung in Arbeits-, Gesundheits-, und Bildungsfragen brauchen. Anstatt die Polizei damit zu überfordern, Armut zu bestrafen, wegzusperren oder außer Landes zu treiben, wäre es viel sinnvoller, alle hier Lebenden so gut als möglich mit den gleichen Leistungen zu unterstützen.

Unsere Initiative zeigt das auf und lebt das vor. Mit Spenden von mehr als 200 Menschen können wir der repressiven staatlichen Praxis eine partizipative, selbstermächtigende Unterstützung als Best-Practice-Beispiel entgegensetzen.